Zahnarztpraxis Dres. Levin
41462 Neuss, Neusser Weyhe 72, Telefon: 02131 544881

Kinderprophylaxe


Jeder hat sich sicher schon mal vor einem Arztbesuch gedrückt, nur weil er das Schlimmste befürchtete. Bekannte Märchen vergangener Tage waren vor solchen Terminen nicht hilfreich, und doch ist man nachher meist froh, daß man sich einem Arzt anvertraut hat. Oft verunsichert Kinder die ungewohnte Umgebung und die Ungewißheit. Bringen Sie Ihr Kind mit zu Ihrem Zahnarzt-Kontrolltermin, sobald Sie es auch sonst zu kleinen Besorgungen mitnehmen können. Es lernt auf diese Weise einprägsam, daß der Untersuchungstermin beim Zahnarzt etwas ganz Normales ist. Gleichzeitig lernt es die ungewohnte Umgebung näher kennen. Ihr Kind lernt so eine Zahnarztpraxis kennen, ohne daß es auf Grund von akuten Schmerzen behandelt werden muß.

Wann beginnen Sie mit der Zahnpflege Ihres Kindes?

Sie sollten nach Erscheinen der ersten Zähne diese mit einem Wattestäbchen oder Mullläppchen reinigen. Wenn Sie ein Vorbild geben, beginnt Ihr Kind aufgrund seines Nachahmungstriebes mit ca. 1 bis 1,5 Jahren nach einer Zahnbürste zu verlangen. Reinigen Sie nach jeder Mahlzeit die Zähne Ihres Kindes mit seiner Kinderzahnbürste! Auch wenn Ihr Kind selbständiger wird, sollten Sie vor- oder nachsäubern. Erst mit ca. 6 Jahren ist die Feinmotorik der Hände so weit entwickelt, daß alle Zahnflächen selbständig ausreichend gesäubert werden können. Sie sollten aber weiterhin regelmäßig die Zahnpflege Ihres Kindes kontrollieren und gegebenenfalls nachputzen.

Sind Milchzähne wichtig?

Auch wenn die Zähne von Kleinkindern, also die sogenannten Milchzähne, später ausfallen, sind sie dennoch wichtig. Weltweite Untersuchungen belegen einen eindeutigen Zusammenhang zwischen Karies im Milch- und bleibenden Gebiß. Die Milchzähne bedürfen somit der gleichen intensiven Pflege und Behandlung wie die nachfolgenden Zähne.
Der übermäßige Genuß von süßen Getränken, auch Obstsäften, kann den Zähnen auf Dauer schaden. Außerdem enthalten z.B. Obstsäfte viel Fruchtzucker und Säure, selbst wenn "ohne Zuckerzusatz" auf der Flasche steht. Säfte, auch Gemüsesäfte, wie Karottensaft, sind deshalb schlecht für die Zähne, wenn sie häufig über den Tag verteilt getrunken werden. Aus zahnärztlicher Sicht empfiehlt sich ungesüßter Tee oder Mineralwasser.
Auf vielen Packungen ist ein Hinweis auf Zucker abgedruckt. Vorsicht: Auch bei Glucose, Saccharose, Dextrose, Traubenzucker, Sirup, Fruktose, Maltose, Laktose handelt es sich um Zucker! Honig und Trockenfrüchte sind nicht nur klebrig, sondern auch sehr zuckerhaltig. Süßwaren, auf deren Verpackung das abgebildete "Zahnmännchen mit Schirm" zu sehen ist, sind zahnfreundlich und deshalb als Alternative zu zuckerhaltigen Süßwaren zu empfehlen.

Wann soll man das Lutschen und Nuckeln abgewöhnen?

Das Lutschen am Daumen oder an den Fingern ist in den ersten 1,5 Lebensjahren völlig normal. Bis spätestens zum 4. Lebensjahr sollte Ihr Kind möglichst nicht mehr lutschen oder den Schnuller gebrauchen, da die Kiefer sonst verformt werden können, so daß es zu Zahnstellungsfehlern kommen kann. Falls Ihr Kind einen Schnuller benutzt, empfehlen sich kiefergerecht geformte Sauger.

Fluorid

Fluorid ist ein Mineralstoff, der die Zahnglasur verstärkt und so Zahnverfall entgegenwirkt. Es ist normaler Bestandteil unseres Körpers. Wir nehmen mit der Nahrung Fluorid auf, aber fast immer zu wenig. Die positiven Eigenschaften gehen aus verschiedenen klinischen Studien hervor, daher wird Fluorid von Zahnärzten für Babys und Kleinkinder empfohlen. Die meisten (Kinder)Zahnpasta-Sorten enthalten daher auch Fluorid. Man kann seinem Kind allerdings auch zusätzlich Fluortabletten oder fluorhaltige Vitamintropfen geben. Letzteres ist eine Lösung, falls Ihr Kind keine Zahnpasta mag. Fragen Sie Ihren Haus- oder Zahnarzt nach der richtigen Dosierung, bei übermäßigem Gebrauch kann Fluorose, eine Verfärbung der Zahnglasur auftreten.
Das Milchgebiß ist ungeheuer wichtig. Erst ab seinem 6. bis 10. Lebensjahr beginnt das Kind, sie gegen sein endgültiges Gebiß zu tauschen. Die ersten Zähne sollten also eine ganze Weile durchhalten. Außerdem schaffen die ersten Schneide- und Backenzähne den richtigen Platz für die zweiten und tragen so zur Formung des endgültigen Kiefers bei. Gehen Sie daher nicht nachlässig mit der Zahnpflege um und denken Sie auch zeitig an den Zahnarztbesuch.

Welche Zahnbüste sollen Kinder verwenden?

Kinder benötigen eigene Zahnbürsten, die ihrer Gebißform und Motorik entsprechen. Außerdem soll das Zähneputzen Spaß machen und die Bürste die Kinder motivieren, täglich ihre Zähne zu putzen. Erwachsenenzahnbürsten sind für Kinder von ihrer Form und Borstenhärte her eher ungeeignet. Hier gibt es auf dem Markt zahlreiche lustige und für Kindermünder geeignete Produkte. Eine gute Zahnbürste für Ihr Kind hat einen kleinen Bürstenkopf und weiche abgerundete Borsten. Es gibt auch Zahnbürsten mit einem eigens für die Kinderhand entworfenen Griff, die leichter zu handhaben sind.

Wie häufig sollen die Zähne geputzt werden?

Nach jeder Mahlzeit, insbesondere nach dem Genuß von zuckerhaltigen Süßigkeiten. Die gründliche Zahnpflege vor dem Schlafengehen ist besonders wichtig.


Wie häufig soll ein Kontrollbesuch beim Zahnarzt erfolgen?

In der Regel reicht jedes halbe Jahr. Bei erhöhtem Kariesrisiko eventuell häufiger.

Was bedeutet Prophylaxe?

Vermeidung schädlicher Einflüsse und Entwicklungen. Ab dem 6. Lebensjahr nehmen die Kinder an dem Prophylaxeprogramm der Krankenkassen teil. In diesem Programm wird den Kindern bei ihren eigenen Zähnen die richtige Zahnreinigung erklärt. Anschließend werden die Zähne von uns professionell gereinigt und fluoridiert. Bei Bedarf werden die bleibenden Zähne versiegelt. Dieses Programm findet mindestens halbjährlich statt, so daß nicht nur eine Veränderung der Hygiene erkannt werden kann, sondern auch mögliche Defekte schnell genug festgestellt werden können.

Was bedeutet Fissurenversiegelung?

Fissuren sind die kleinen "Gräben und Täler", die zwischen den Höckern der Zähne verlaufen. Besonders bei Kindern befinden sich dort die Angriffsflächen der Karies. Bei ausreichender Hygiene können diese "Täler" mit einem speziellen Kunststoff versiegelt werden, so daß die Bakterien eine kleinere Angriffsfläche haben. Bei genauer Kontrolle kann das Kariesrisiko versiegelter Zähne minimiert werden! Nichts desto trotz sollten "versiegelte" Zähne natürlich genauso geputzt und kontrolliert werden, da selbst die beste Versiegelung mit der Zeit "abgekaut" wird. Die Krankenkassen übernehmen leider nur die Versiegelung der beiden hinteren Backenzähne, so daß eine eventuelle Versiegelung der vorderen Zähne privat liquidiert werden muß.

Weitere Informationen

Mehr Informationen zu diesem Thema gibt es unter www.zahnaerzte-nr.de.

Kinder und Jugendliche werden durch das Individualprophylaxeprogramm betreut, wärend dem Tipps zur Verbesserung der Mundhygiene gegeben, Kindern und Eltern mögliche Krankheitsursachen erklärt, hilfreiche Hinweise für die tägliche Zahnpflege und zahngesunde Ernährung gegeben, nach Bedarf Fluoride zum Schutz der Zähne aufgetragen und Backenzähne zum Schutz gegen Karies versiegelt werden.